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Riesenrohre aus Salzenforst

von Heiko Engel

In Bautzen-Salzenforst werden bald Riesenrohre mit einem Durchmesser von bis zu 2,40 Meter hergestellt. „Die Rohre sind so hoch wie Wohnungswände“, sagt Jürgen Schulz, Werkleiter bei den DRS Rohrwerken. Derzeit arbeiten Techniker mit Hochdruck am Aufbau der Maschine, im Lauf des Monats soll sie in den regulären Betrieb gehen. „Wir haben bereits Aufträge“, sagt Schulz. Ein Großteil der Produktion geht in den Export, gebraucht werden die Rohre zum Bau von Abwasserkanälen.

Das Prinzip der Riesenrohrproduktion ist recht einfach: Aus Kunststoff werden Bänder geformt, die dann um einen Stahlkern gewickelt werden. Je nach Durchmesser dauert es zwischen acht und 48 Stunden, bis ein Großrohr fertig ist. „Das ist ein sehr handwerkliches Verfahren“, erklärt Schulz. Denn der Mitarbeiter an der Maschine darf nicht einfach zuschauen, wie sich das Plastikband um den Stahlkern wickelt. Die Überlappungen müssen stimmen, gleichzeitig muss das Band straff gewickelt werden. „Aber nicht zu straff“, sagt der Ingenieur. Tritt ein Fehler auf, ist das ganze Rohr Ausschuss. Ist das Rohr fertig gewickelt, wird es abgekühlt, nachbearbeitet und geprüft: Stimmt die Wanddicke, ist mit den Überlappungen alles in Ordnung?

In der Nachbarhalle produzieren Maschinen bereits Rohre mit einem wesentlichen kleineren Durchmesser. Pro Monat fertigen die zurzeit 15 DRS-Beschäftigten 500000 Meter Rohr, gearbeitet wird in drei Schichten, erläutert Jürgen Schulz auf dem Weg ins Prüflabor. Hier wird untersucht, ob die DRS-Produkte auch den Anforderung entsprechen. Zum Beispiel beim Drucktest: Rohrstücke werden in eine Messmaschine eingespannt und gequetscht. „Die Rohre sollen schließlich bis zu hundert Jahre halten“, sagt der Werkleiter. Zum Testparcours gehört auch eine Gefriertruhe. Damit kühlen die Fachleute Rohrabschnitte auf null bis minus fünf Grad herunter, um anschließend die Schlagfestigkeit zu prüfen. „Die Rohre dürfen dabei nicht kaputt gehen.“ Mit dem Verfahren wird das Abladen der Rohre vom Lkw simuliert. Elektronisch untersucht wird auch das Granulat. Schulz stieß schon auf Getreidekörner, die vor dem Kunststoff transportiert wurden.

Das Unternehmen startete erst vor einigen Monaten mit der Produktion, bisher wurden über sechs Millionen Euro investiert. Nachwuchs bildet die Firma selbst aus. Für 2011 bietet DRS zwei Ausbildungsplätze an.

Kontakt zu DRS: 035937 8803711, Philipp-Reis-Straße 5, Bautzen

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