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Wenzelsmarkt: Weihnachten in Bautzen

Bautzener Wenzelsmarkt 2014 - 28. November bis 21. Dezember 2014

Zu Geschichte und Namen des Bautzener Wenzelsmarktes

Bautzen – der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands
Den von der Stadt beauftragten Recherchen zu Folge ist der Bautzener Fleischmarkt vor Weihnachten ein sehr alter Markt, vielleicht sogar der älteste Weihnachtsmarkt in Deutschland, auch wenn der letzte Beweis in Form einer Urkunde nicht erbracht werden kann.

Wie verschiedene Chroniken berichten, verlieh König Wenzel im Jahr 1384 der Stadt Budissin das Recht zur Abhaltung eines freien Fleischmarktes. Vom St. Michaelstag an war es sonnabends jedem Fleischer erlaubt, sein Fleisch öffentlich auf dem Markt zu verkaufen. Das Recht dieses Fleischverkaufes hatten die Fleischer bis Weihnachten.

Im Jahr 1402 wurden alle bisherigen Märkte der Stadt durch ein Gebot von König Wenzel unter besonderen Schutz gestellt und weitere Märkte verboten. Diese Verordnung wurde 1505 durch König Wladislaus mit einer Urkunde bestätigt und damit auch der freie Fleischmarkt, wie er in Budissin »seit alters über hundert Jahre lang und weit über Menschen Gedenken gehalten« wurde. Auch dies spricht für das Jahr 1384.

König Wenzel IV (1361–1419) ist in der Vergangenheit oft als fauler, trinkfreudiger und herrschsüchtiger Tyrann dargestellt worden.

Nach aktuellen Ekenntnissen muss das Bild des Wirkens von König Wenzel für Bautzen jedoch deutlich korrigiert werden. Wie sein Vater engagierte sich Wenzel stärker als seine Nachfolger in der Oberlausitz, beide reisten mehrfach in die Region. Wenzel soll als Prinz sogar einige Zeit auf der Ortenburg gelebt haben. Unter seinem Schutz und seiner Gunst blühte Bautzen immer mehr auf. Wenzel verlieh der Stadt den ersten Jahrmarkt, die Verwaltung wurde unter dem böhmischen Herrscher modernisiert und transparenter gestaltet. Der Monarch stützte seine Macht stärker als seine Vorgänger auf den niederen Adel und die Bürger der Städte.

 Bautzener Wenzelsmarkt 2009

Nach längeren Handwerkerunruhen verlieh Wenzel Bautzen 1391 eine neue Ratsordnung, nach der auch die Handwerker im Rat vertreten waren. Ein nach dem neuen Recht gewählter Rat wurde 1405 jedoch durch einen von den Tuchmachern geführten Aufstand abgesetzt. Nachdem auch in Görlitz ein ähnlicher Aufstand mit der Enthauptung der Anführer endete, stellte auch König Wenzel in Bautzen 1408 auf diese in seiner Zeit üblichen Weise Recht und Ordnung wieder her.

König Wenzel, so das Fazit aktueller Recherchen, hat viel für Bautzen getan.
Den Weihnachtsmarkt nach ihm zu benennen, ist angemessen. Mit 62 % sprach sich auch eine deutliche Mehrheit der auf dem Markt vertretenen Händler für »Wenzelsmarkt« als Namen aus.

WeihnachtskrippeGanz gleich, welchen Namen der Weihnachtsmarkt trägt und wie alt er tatsächlich ist, vom 28. November bis 21. Dezember wird der 630. Bautzener Wenzelsmarkt, umrahmt von der romantischen Bautzener Altstadtkulisse, wieder mehr als 100.000 Gäste aus nah und fern nach Bautzen locken. Der Bautzener Wenzelsmarkt hat Montag bis Donnerstag 10.00 bis 19.00/20.00 Uhr sowie Freitag bis Sonntag von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

 

Wenzelsmarkt 2010