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Die historische Innenstadt aus der Luft gesehen

Sorbisches Brauchtum

Sorbische Traditionen und Bräuche zu den verschiedensten Anlässen sind bis heute lebendig geblieben und oft auch von der deutschen Bevölkerung übernommen worden.
 

Vogelhochzeit

Weit verbreitet ist Ptači kwas/Die Vogelhochzeit, einer der beliebtesten Bräuche unter den Kindern. Am Morgen des 25. Januars wird ein Teller auf das Fenster gestellt, der mit Süßigkeiten und speziellem Gebäck gefüllt wird. Das sind symbolische Geschenke der Vögel, die an diesem Tage Hochzeit feiern und sich bei den Kindern für das ausgestreute Futter an kalten Wintertagen bedanken. Die Vogelhochzeit wird von vielen Kindergärten und Schulen in der Lausitz gern gefeiert, wobei in einigen Gebieten Hochzeitsgesellschaften von Kindern in Tracht, zumeist jener der katholischen Sorben, nachgestellt werden.

 

Zampern

Ein wichtiger Brauch zu Fastnacht ist das >>Zampern<<, das sich vor allem in der mittleren Lausitz großer Beliebtheit erfreut. Hier gehen die Erwachsenen auf Zampertour, um für ihre Faschingsfeier genügend Geld, Schnaps und andere Spenden einzusammeln.

 

 

Ostern – Frohe Botschaft von Auferstehung und Frühlingserwachen

Wenn sich die Natur, wie mit zarter Hand gestreichelt, mit fröhlichen Farbtupfern auf Wiesen und Feldern zeigt, uns das erste sanfte Grün des sprießenden Grases hinaus an die frische Luft lockt und die Sonnenstrahlen wohlig wärmen und beleben, dann ist Frühling. Wenn sich der erste Vollmond nach dem 21. März am Himmel zeigt, feiern wir am darauf folgenden Sonntag Ostern. Ostern ist bei den Christen das größte Fest im Jahreskreis. Es verheißt die Auferstehung Jesu und die frohe Botschaft verkündet uns, der Tod wird nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens angesehen. Diese Hoffnung und die Fröhlichkeit des Frühlings trägt Zuversicht in die Herzen der Menschen und spiegelt sich in einer Vielfalt von Sitten und Bräuchen wider, die zum Teil sehr farbenfroh und ausgelassen gefeiert werden.

Frauen beim Verzieren von sorbischen OstereiernLassen Sie sich herzlich einladen, um die in unserer Region und speziell in Bautzen bestehenden Bräuche zur Osterzeit zu erleben. Ob die zauberhaft und aufwendig verzierten Eier beim Besuch des Ostereiermarktes, das Erlebnis der festlich geschmückten Osterreiterprozession oder das Eierschieben – entdecken Sie selbst die liebenswerten und eindrucksvollen Seiten unserer schönen tausendjährigen Stadt zur Osterzeit.

 

Traditionelle Volkskunst beim Ostereierverzieren

verzierte sorbische OstereierEin beherrschendes Sinnbild des Osterfestes ist in unserer heutigen Zeit das Osterei. Das Ei steht als Symbol für die Entstehung des Lebens, der Reinheit und der Fruchtbarkeit. Das Bemalen von Eiern geht schon weit in die Geschichte zurück und wird bis zum heutigen Tag in vielen Orten des Landes gepflegt. In der Oberlausitz haben die Sorben das Ostereierverzieren zu einer echten Volkskunst gebracht. Mit den unterschiedlichen Techniken des Ätzens, Kratzens, Bossierens oder mit Wachs werden ausgeblasene Eier geschickt und auf die vielfältigste Art verziert. Dabei entstehen richtige Kunstwerke.

Sorbische Ostereier Beim Besuch des Ostereiermarktes können Sie die verschiedenen Techniken kennen lernen und den Ostereier-Verzierern über die Schulter schauen oder sich durch fachkundigen Rat und Anleitung inspirieren lassen, es selbst einmal zu versuchen. Ostereiermärkte gibt es viele in der Region. Mehr Informationen dazu erhalten Sie z. B. in der Sorbischen Kulturinformation.

Es sind vielerlei Bräuche sind zum Osterfest entstanden, so zum Beispiel das

 

Hexenbrennen

Am 30. April findet vor allem in den Dörfern, aber auch in Bautzen das Hexenbrennen (Chodojtypalenje) statt. Es werden große Reisighaufen bei Einbruch der Dunkelheit verbrannt, obenauf oft eine gebastelte Hexe. Der Brauch gehört zur Tradition des Winteraustreibens und der Abwehr von Schäden für Mensch und Tier.

 

Maibaum

In den Dörfern um Bautzen kann man außerdem auch das Maibaumaufstellen und das Maibaumwerfen erleben.

Heischgänge

In der Oberlausitz ziehen Kinder und Jugendliche verkleidet von Haus zu Haus und bitten um kleine Gaben; im Allgemeinen gibt es Süßigkeiten. Diese Heischgänge finden bei den katholischen Sorben zur Fastnacht oder am Martinstag (11. November) statt.

 

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Mit Bautzen-Motiv verzierte Ostereier

Ostern in Bautzen