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Die historische Innenstadt aus der Luft gesehen

Ehrenbürger der Stadt Bautzen

Im Oktober 2001 haben die Stadträte die "Satzung über die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Bautzen" beschlossen. Auf dieser Grundlage wurden erstmals im Festjahr 2002 verdienstvolle Bautzenerinnen und Bautzener mit dieser Auszeichnung geehrt. Zur Ehrenbürgerin bzw. zum Ehrenbürger der Stadt Bautzen sind ernannt worden Frau Helga Schwarz und Dr. Siegfried Seifert.
Im Jahr 2006 ernannten die Stadträte Herrn Herbert Flügel zum Ehrenbürger, er verstarb im Oktober 2007.
Herr Jan Buck wurde im Jahr 2007 zum Ehrenbürger ernannt.

Frau Helga Schwarz

Helga Schwarz wurde 1928 in Bautzen geboren. Nach dem Studium an der Musikhochschule Leipzig und einem extern abgelegten Staatsexamen in Mathematik war sie von 1953 bis 1988 Musik- und Mathematiklehrerin an der Erweiterten Oberschule "Friedrich Schiller" in Bautzen. Hier gründete sie 1953 den bis heute bestehenden Chor der Friedrich-Schiller-Schule. Mehrere Jahre lang organisierte sie die überregional bedeutsamen Chorleiterseminare. In ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Musiklehrerin hat sie Generationen von Schülern die Liebe zur Musik vermittelt und mit außergewöhnlichem Engagement dazu beigetragen, humanistische Musikkultur auch in Zeiten weiterzutragen, die andere ideologische Schwerpunkte setzte. Ihre Schüler erinnern sich noch heute an ihren Unterricht, der weitgehend frei von den ideologischen Vorgaben dieser Zeit war und sie damit zu einer der markanten Ausnahmen machte. Sie hat neben den Aufgaben in der Schule immer auch die Musik in den öffentlichen Raum getragen und neben den eigentlichen Schülerkonzerten weitere Aufführungen Ehrenbürger Frau Schwarzrealisiert (z.B. "Judas Maccabäus", "Bastien und Bastienne", Wagner-Konzert ), zum Teil mit namhaften Solisten. Nach ihrer Pensionierung hat sie sich weiterhin für das Musik- und Kulturleben der Stadt Bautzen engagiert. Sie übernahm während der Vakanz für fast zwei Jahre die Leitung der Musikschule Bautzen. Dabei hat sie diese, für die musikalische Bildung junger Leute so wichtige Einrichtung gerade in der schwierigen Zeit der Wende um alle Klippen geführt. Im Mai 1997 war sie Mitbegründerin der Stiftung Taucherkirche, deren Vorsitzende sie seitdem mit kurzer Unterbrechung ist. Die Stiftung hat sich wesentlich bei der Rettung der verfallenden Taucherkirche und der Restaurierung des Renaissanceportals engagiert. Natürlich ist sie auch hier maßgeblich an der Organisation der Benefiz-Konzerte beteiligt. Sie ist Mitglied des Musikausschusses der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde und aktiv in der evangelischen Domkantorei.

Herr Dr. Siegfried Seifert

Dr. Siegfried Seifert wurde 1936 geboren. Er studierte Theologie in Leipzig und promovierte in sächsischer Kirchengeschichte. Von 1962 bis 2001 stand er im Dienst des Bischöflichen Ordinariates des Bistums Dresden-Meißen. Von 1964 bis 2001 war er Leiter des Archivs und der Bibliothek des Domkapitels und des Ordinariates, seit 1967 Domkustos des Domkapitels St. Petri, von 1985 bis 2001 Leiter der Domschatzkammer St. Petri. Dr. Siegfried Seifert hat sich als ein profunder Kenner der Geschichte der Oberlausitz, Sachsens und Böhmens weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus einen guten Namen gemacht. Er hat seine vielfältigen Kenntnisse in die Gestaltung der Stadt eingebracht und als Leiter der Domschatzkammer unsere Stadt überregional bekannt gemacht. Bereits vor der politischen Wende hat er sich für die Erhaltung der historischen Bautzener Altstadt eingesetzt, auch nach 1989 begleitete er diesen Prozess. Er war einer der geistigen Vordenker während der Zeit der politischen Wende in Bautzen und brachte viele Visionen zur Neubelebung der Stadt mit auf den Weg. Seine reichhaltigen Kenntnisse zur Kirchen-, Stadt- und Kunstgeschichte Bautzens, der Oberlausitz, Böhmens und Sachsens spiegelten sich nicht nur in zahlreichen bemerkenswerten Ehrenbürger Herr SeifertVeröffentlichungen wider, er ist auch in öffentlichen Veranstaltungen ein viel gefragter Referent. 1985 gelang es Dr. Seifert mit der Eröffnung der Domschatzkammer, die bedeutenden Bautzener Kirchenschätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bis zu seiner Pensionierung war er deren Leiter. Die Präsentation des Bautzener Domschatzes in Salzburg brachte 1992 unserer Stadt internationale Beachtung, im gleichen Jahr organisierte er die Ausstellung des Salzburger Domschatzes in Bautzen. Fruchtbare Beziehungen baute er auch zu unseren östlichen Nachbarländern auf, das spiegelte sich in weiteren Ausstellungsprojekten wider. Dr. Seifert hat sich durch sein Wirken große Achtung und Autorität erworben, damit hat er auch andere Bautzener Archive, Museen und Einrichtungen befördert.

Herr Jan Buck

Der sorbische Maler Jan Buck wurde am 2. August 1922 in Nebelschütz, Kreis Kamenz geboren. Nach Lehre und Militärdienst studierte er von 1947 bis 1950 im polnischen Wroclaw, danach bis 1953 in Dresden Malerei. Neben seiner künstlerischen Arbeit war Jan Buck zwanzig Jahre lang Kunsterzieher an der Sorbischen Oberschule in Bautzen und hat darüber hinaus in Zeichenzirkeln begabte Jungen und Mädchen aus der Stadt und der Region betreut. Besonders nachhaltig war das Wirken von Jan Buck als Lehrbeauftragter an der Außenstelle Bautzen der Abendschule der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Jan Buck ist für eine ganze Reihe jüngerer Künstler Anreger und Vorbild gewesen. 1991 trat er dem sorbischen Künstlerbund bei. Studienreisen und Pleinairs führten ihn in verschiedene europäische Länder. Personalausstellungen in mehreren deutschen Städten, in Polen und Frankreich und Ausstellungsbeteiligungen in vielen europäischen Ländern machten ihn bekannt. Er ist u.a. Träger des Jakub-Bart Cisinski-Preises, des Bautzener Kunstpreises und des Kunstpreises der Oberlausitz. Jan Buck ist der bedeutendste sorbische Künstler der Gegenwart. Seine Malerei hob erstmalig die sorbische bildende Kunst aEhrenbürger Jan Buckus historisch bedingter folkloristischer Betrachtungsweise und öffnete neue Dimensionen. Jan Buck ist in erster Linie Maler, er bevorzugt die Ölmalerei und das Aquarell. Ein zentrales Thema seiner Arbeit sind seit Beginn der 1980er Jahre die Tagebaulandschaften in der mittleren Lausitz. In seinen Werken verbildlicht er die Zerstörung einer intakten Landschaft, ringt ihnen jedoch in seiner malerischen Umsetzung auch Harmonie und Schönheit ab. Jan Buck hat vier Jahrzehnte lang in Bautzen gewirkt. Seine herausragenden Verdienste um die Kunstentwicklung in unserer Stadt und der Region ehrte der Stadtrat am Vorabend seines 85. Geburtstages mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde (siehe auch Amtsblatt Nr. 14/2007)


 

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