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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Es weihnachtet bald

„Deutschlands ältester in einer Chronik genannter Weihnachtsmarkt“ öffnet am 1. Dezember 2017 seine Pforten – und das bereits zum 634. Mal. Angestaubt kommt der Bautzener Wenzelsmarkt jedoch keinesfalls daher. Auch 2017 dürfen sich die Besucher auf Neuerungen für Gaumen, Augen und Ohren freuen.

Bis zum 23. Dezember bieten auf dem 634. Bautzener Wenzelsmarkt rund 90 Händler und Gastronomen inmitten der romantischen Altstadt ihre Waren an. In diesem Jahr wurden die Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes noch besser an die Besucherströme angepasst. Täglich warten die Gastronomen und Händler nun ab 11.00 Uhr auf ihre Kunden. Auch einen Tag vor dem Heiligabend, am 23. Dezember, wird der Wenzelsmarkt von 11.00 bis 20 Uhr zum gemütlichen Schlendern einladen.

Ab dem 1. Dezember können die Bautzener und ihre Gäste den Zauber der Vorweihnachtszeit genießen. Ab 16.30 Uhr erwartet die Besucher auf dem Hauptmarkt ein mittelalterliches Treiben mit dem Budissiner Marktgesinde. König Wenzel wird um 17.00 Uhr auf dem Hauptmarkt die Lichter des Weihnachtsbaumes anzünden. Dieser stammt in diesem Jahr aus Hochkirch und wurde von Familie Wünsche gespendet. Am Sonnabend, dem 2. Dezember erscheint 16.00 Uhr das Bescherkind „Dźěćatko“ aus Hoyerswerda, das mit seinen zwei Begleiterinnen bis 17.00 Uhr kleine Gaben auf dem Wenzelsmarkt verteilt. Offiziell beginnt der Wenzelsmarkt dann am Sonntag, dem 3. Dezember 2017. Traditionell wird Oberbürgermeister Alexander Ahrens um 12.00 Uhr den 4 Meter langen Stollen anschneiden, der in diesem Jahr von den Bäckermeistern Andreas und Christian Bäns aus Bautzen gebacken wird.

Nicht nur am ersten Wochenende wird das bunte Markttreiben von einem liebevoll gestalteten Kulturprogramm umrahmt. Die Gäste des Wenzelsmarktes dürfen sich gleich an mehreren Tagen auf Bläserkonzerte und stimmungsvolle Chormusik freuen. Darüber hinaus werden am 16. und 17. Dezember auch weihnachtliche Melodien erklingen, die bisher nicht jedem Ohr vertraut sind. Auf dem Hauptmarkt präsentiert das Steinhaus e.V. internationale Weihnachtslieder. Junge Musiker, die sich in verschiedenen Musikprojekten kennengelernt haben, interpretieren live verschiedene Stücke aus dem europäischen und dem englischen Sprachraum.

Naschkatzen sollten sich den 16. Dezember frei halten. Dann verteilen die „Angels in Motion“ auf dem gesamten Gelände des Wenzelsmarktes Süßigkeiten. Am Freitag, dem 22. Dezember, werden die modernen Engel erneut in Bautzen unterwegs sein. Dann laden die „Angels in Motion“ ab 15.30 Uhr im oberen Foyer des Rathauses zur Märchenstunde. An gleicher Stelle wird es am Sonnabend, dem 23. Dezember, festlich. Um 17.00 Uhr findet hier das traditionelle Weihnachtskonzert des Mädchenkammerchores der Kreismusikschule Bautzen statt. Zeitgleich wird auf dem Hauptmarkt die Sängerin Katrin, eine der Nachwuchsgrößen in der Schlagerbranche, ein Konzert geben.

Auch lieb gewonnene Traditionen werden in diesem Jahr beibehalten. Zum Programm des Wenzelsmarktes gehören deshalb wieder die „Feuerzangenbowle“ an jedem Donnerstagabend, die Märchenstunde der Kinder- und Jugendbibliothek freitags, 14.00 Uhr, im Rathaus und der Hüttenzauber am Reichenturm an Freitagabenden. Sonnabends werden im Rathaus verschiedene Theaterstücke aufgeführt. Außerdem öffnet der Weihnachtsmann täglich um 15.00 Uhr auf dem Hauptmarkt gemeinsam mit Kindern aus Bautzen das Fenster des Adventskalenders. Vom 8. bis 10. Dezember 2017 wird zudem der „Historische Weihnachtsmarkt zu Bautzen“ die Besucher in seinen Bann ziehen. Am Mönchshof erwartet die Gäste ab 14.00 Uhr (Freitag ab 16.00 Uhr) Speis und Trank, Handwerk, Geschichten, Gaukelei und buntes Markttreiben mit Weihnachtsmann, historischen Figuren der Stadt und dem Budissiner Marktgesinde.

Erstmalig gesucht: „Wenzels Lieblings-Leckerbissen“
Beim Gedanken an eine Bratwurst, gebrannte Mandeln oder Pfefferkuchen läuft vielen das Wasser im Mund zusammen. Deshalb gehören diese Leckereien zu den Klassikern auf jedem Weihnachtsmarkt. Der Bautzener Wenzelsmarkt ist aber nicht irgendein Weihnachtsmarkt – er ist der älteste Deutschlands, hier verteilt auch das Bescherkind kleine Geschenke und es gibt Après-Ski-Partys. Wer den Wenzelsmarkt besucht, schätzt also das Besondere. Deshalb dürfen sich die Gäste in diesem Jahr auch auf ausgefallene Köstlichkeiten freuen. Die Gastronomen waren aufgerufen, eigens für den Wenzelsmarkt eine Spezialität zu kreieren. Ein kleiner Vorgeschmack: In diesem Jahr sollen Bratapfel-Zimt-Bratwurst, Baumstriezel mit Glühwein-Geschmack und Lángos mit Senf-Sauerrahm verkauft werden. Die Spezialität, die den Besuchern am besten mundet, wird prämiert. Um diese zu ermitteln, wird eine Jury – unter anderem zusammengesetzt aus Bautzener Gastronomen, Journalisten und den Gewinnern einer Facebook-Aktion – inkognito die Speisen verkosten. Öffentlichkeitswirksam wird schließlich am Sonntag, dem 17. Dezember, „Wenzels Lieblings-Leckerbissen“ auf der Bühne am Hauptmarkt gekürt.

Damit Kinderaugen strahlen
Die kleinen Besucher kommen vor allem auf dem Kornmarkt und dem Hauptmarkt auf ihre Kosten. Hier drehen sich Karussels, außerdem können die Tiere im Streichelzoo bestaunt und natürlich angefasst werden.

Auch 2017 veranstaltet die Stadtverwaltung einen Malwettbewerb für Kinder. Das Thema lautet in diesem Jahr „Der Held meines Lieblingsbuches ist in Bautzen zu Gast“. Die Bilder müssen unter Angabe des Alters, des Namens und der Anschrift bis zum 13. Dezember 2017 im Kulturbüro der Stadtverwaltung Bautzen, Fleischmarkt 1, eingegangen sein. Von dort werden sie an den Weihnachtsmann weitergeleitet. Dieser überreicht am 16. Dezember 2017, um 15.30 Uhr, im Rathaus die schönen Preise an die besten Zeichner.

Außerdem können alle Kinder wieder ihre Wunschzettel unter Angabe ihres Namens und der vollständigen Anschrift in den Himmelpfort-Briefkasten am Weihnachtsbaum einwerfen. Bei einem Einwurf bis zum 14. Dezember 2017 antwortet der Weihnachtsmann noch vor Heiligabend.

Geschenkekauf: Verkaufsoffene Adventssonntage in Bautzen
Ausgeschlafen und ganz in Ruhe einkaufen gehen: Die Bautzener Geschäfte laden alle, die noch auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken sind, am 3. und 17. Dezember 2017, von 12.00 bis 18.00 Uhr zu verkaufsoffenen Sonntagen ein.

Zu Namen und Geschichte des Bautzener Wenzelsmarktes

Marktrecht seit 1384
Wie verschiedene Chroniken berichten, verlieh König Wenzel IV. im Jahr 1384 der Stadt Budissin das Recht zur Abhaltung eines freien Fleischmarktes. Vom St. Michaelistag an war es sonnabends jedem Fleischer erlaubt, sein Fleisch öffentlich auf dem Markt zu verkaufen. Dieses Recht galt bis Weihnachten. Im Jahr 1402 wurden alle bisherigen Märkte der Stadt durch ein Gebot von König Wenzel IV. unter besonderen Schutz gestellt und weitere Märkte verboten. Diese Verordnung wurde 1505 durch König Wladislaus mit einer Urkunde bestätigt und damit auch der freie Fleischmarkt, wie er in Budissin „seit alters über hundert Jahre lang und weit über Menschen Gedenken gehalten“ wurde. Auch dies spricht für das Jahr 1384. Im Dezember 2015 wurde dem Markt vom Rekord-Institut für Deutschland der Titel „Deutschlands ältester in einer Chronik genannter Weihnachtsmarkt“ verliehen.

König Wenzel IV. ist Namenspatron
Nicht ganz unumstritten ist in diesem Zusammenhang der Mann, dem Bautzen den Markt – und inzwischen auch dessen Namen – verdankt. König Wenzel IV. (1361–1419) ist in der Vergangenheit oft als fauler, trinkfreudiger und herrschsüchtiger Tyrann dargestellt worden. Nach aktuellen Erkenntnissen muss das Bild seines Wirkens für Bautzen jedoch deutlich korrigiert werden. Wie sein Vater engagierte sich Wenzel stärker als seine Nachfolger in der Oberlausitz, beide reisten mehrfach in die Region. Wenzel soll als Prinz sogar einige Zeit auf der Ortenburg gelebt haben. Unter seinem Schutz und seiner Gunst blühte Bautzen immer mehr auf. Wenzel verlieh der Stadt den ersten Jahrmarkt, die Verwaltung wurde unter dem böhmischen Herrscher modernisiert und transparenter gestaltet. Der Monarch stützte seine Macht stärker als seine Vorgänger auf den niederen Adel und die Bürger der Städte. Nach längeren Handwerkerunruhen verlieh Wenzel Bautzen 1391 eine neue Ratsordnung, nach der auch die Handwerker im Rat vertreten waren. Ein nach dem neuen Recht gewählter Rat wurde 1405 jedoch durch einen von den Tuchmachern geführten Aufstand abgesetzt. Nachdem auch in Görlitz ein ähnlicher Aufstand mit der Enthauptung der Anführer endete, stellte auch König Wenzel IV. in Bautzen 1408 auf diese in seiner Zeit üblichen Weise Recht und Ordnung wieder her. König Wenzel IV., so das Fazit aktueller Recherchen, hat viel für Bautzen getan. Mit 62 Prozent sprach sich aus diesem Grund eine deutliche Mehrheit der auf dem Markt vertretenen Händler für „Wenzelsmarkt“ als Namen aus.

www.wenzelsmarkt-bautzen.de  

 

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