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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Stadtrat diskutiert über „Krone“-Gutachten

Den Bautzener Stadträten wurde in nichtöffentlicher Sitzung am 17. Mai 2017 ein Verkehrswertgutachten zum Areal rund um die „Krone“ vorgestellt. Die Verwaltung hatte es in Auftrag gegeben, weil die Berliner Investorengruppe Onnasch den Festsaal „Krone“ und das benachbarte Parkplatzgrundstück veräußern möchte. Das bisherige Angebot lag bei etwa 2,7 Millionen Euro, ein Preis, der laut Gutachten sehr weit vom tatsächlichen Wert entfernt liegt. Einzelne Stadträte hatten trotz allem von der Verwaltung gefordert, das Grundstück aufgrund seiner zentralen Lage zu erwerben und für eine weitere Entwicklung vorzuhalten. „Das Gebäude ist absolut sanierungsbedürftig was seine Nutzung angeht“, so Oberbürgermeister Alexander Ahrens. „Als Veranstaltungshaus ist es nach heutigen Anforderungen nicht mehr nutzbar und für einen Ausbau des Veranstaltungshauses gäbe es nach aktueller Rechtslage keine Genehmigung mehr“. Die Halle hat aus seiner Sicht also keine Perspektive mehr. Diesen Schluss zogen auch die Stadträte.

Der Verkehrswert richtet sich nach der angedachten Nutzung. Das sehr hochwertige und überzeugende Gutachten ging zunächst vom Erhalt im Status quo, also den Parkplatz über 30 und die Bebauung über 20 Jahre, aus. Daraus ergab sich ein Wert von 1,66 Mio Euro. Das liegt weit unter den Vorstellungen des Verkäufers. Zudem wurden vier weitere Varianten betrachtet. Würde das Areal beispielsweise für den Bau von Eigentumswohnungen und ein Parkhaus vorgesehen, sinkt der Preis auf etwa 450.000 Euro, da hier noch Abriss- und Umbaukosten zu berücksichtigen sind. Am Ende stünde hier sogar ein Minusgeschäft zu Buche. Oberbürgermeister Ahrens: „Grundsätzlich ist das Areal aufgrund der Lage von Interesse. Wir müssen uns aber die Frage beantworten, ob wir uns das Gebiet zusätzlich zu unseren Pflichtaufgaben überhaupt leisten können und wollen“.

Daher sorgte die Idee der Stadträte für Einvernehmen, die kommunale Bautzener Wohnungsbaugesellschaft mbH (BWB) mit den weiteren Verhandlungen und der Prüfung einer weiteren Nutzung zu betrauen. Zwar ist auch die BWB gesetzlich an Wertgrenzen gebunden, sie hat aber in den vergangenen Jahrzehnten in solchen Fragen viel Handlungsgeschick bewiesen. Ahrens: „Es bleibt aber die Sorge, dass bei einem Verkauf an einen privaten Investor Parkplätze an dieser Stelle zum Opfer fallen könnten. Wäre das der Fall, muss nach anderen Lösungen gesucht werden. Die sind aber aller Wahrscheinlichkeit nach preiswerter. Andererseits darf diese Sorge allein nicht dazu führen, dass weder die Stadt, noch die kommunale Wohnungsbaugesellschaft überhöhte Preise zahlen“. Er sieht die Verhandlungen bei der BWB in guten Händen. Doch „… auch hier müssen wir uns Gedanken machen, wie ein schlüssiges Nutzungskonzept aussehen könnte“.

Der Vorschlag wird nun offiziell als Beschlussvorlage im Rahmen der Stadtratssitzung am 31. Mai 2017 eingebracht.

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